UNSERE MISSION

ERFAHRE MEHR ÜBER

WARUM WIR JETZT HANDELN MÜSSEN

Von neu produzierten Kunststoffen werden weltweit rund 9 % recycelt, 12 % verbrannt und 79 % enden in der Natur.*

Das kann so nicht weitergehen! Nur so können wir etwas tun:

  • Weniger Plastik produzieren & nutzen
  • Abfall-Infrastruktur verbessern & mehr recyceln
  • Plastik mit Clean-up-Programmen aus der Umwelt sammeln

Für uns ist es Zeit zu handeln. Mit unserer Mission wollen wir aktiv gegen die voranschreitende Plastikvermüllung unserer Meere vorgehen und zu einem bewussteren Umgang mit natürlichen Ressourcen anregen.

– Benjamin Mandos, Gründer

MISSION REPORT 2023

WARUM IM MEER SÜDOSTASIENS SO VIEL PLASTIK LANDET

In Indonesien produziert jede:r ein Fünftel des Mülls, den eine US-amerikanische Person täglich verursacht – Plastik macht davon aber mindestens 10 % aus. Hinzu kommen nicht offiziell dokumentierte Plastikabfälle , die nach Südostasien exportiert werden, statt zum Beispiel in Europa oder den USA direkt entsorgt und verwertet zu werden.

Beeinflusst von der Bevölkerungsgröße eines Landes, dem Industrialisierungs- und Bildungsgrad, der Anzahl der nah am Meer lebenden Menschen, der Infrastruktur sowie geographischen Faktoren wie Wetter, Topografie und Vegetation variiert der Anteil, der davon unsachgemäß in die Natur entsorgt wird. Jambeck et al. (2015) gehen davon aus, dass es in Indonesien rund 83 % sind. In industrialisierten Ländern wie den USA sind es meist nur rund 2 %. So ist Indonesien nach China das Land, in dem weltweit am meisten Plastik im Meer landet: Bis zu 1,29 MMT/Jahr. In den USA beispielsweise sind es nur 0,11 MMT/Jahr.

WIE PLASTIK ÜBERHAUPT INS MEER GELANGT

UNSER CLEAN-UP-PROGRAMM

Mit dem Clean-up-Programm auf der indonesischen Insel Java in Demak, Jepara und Bantul mit 17 aktiv sammelnden Communities bauen wir die Kapazität und die Menge an Plastik, die monatlich gesammelt wird, kontinuierlich aus. Das ökologisches Engagement hier hat mehrere Vorteile: Einerseits wird der Plastikmüll daran gehindert, weiterhin im Meer zu treiben und durch das Sammeln in Küsten- und Mangrovengebieten überhaupt erst in den Ozean zu gelangen. Andererseits wird der Abfall als wiederverwertbarer und nützlicher Rohstoff genutzt. Mittlerweile betreiben wir dort die Stiftung GOT BAG Indonesia, die das Clean-up-Programm leitet.

Um ganzheitlich vorzugehen, beschränken wir uns nicht darauf, den für die GOT BAGs benötigten PET-Anteil des gesammelten Plastiks zu reinigen und weiterzuverarbeiten. Vielmehr führen wir auch die anderen gesammelten Kunststoffsorten möglichst passenden Recycling-Lösungen zu. Die an unserem Clean-up-Programm Beteiligten sind vor Ort zwischenzeitlich zu wichtigen Multiplikatoren geworden. Sie kommunizieren ihr Wissen über Recycling und den negativen Effekt von Plastikmüll auf das Meer und sensibilisieren ihr Umfeld für eine bewusste Verwendung von Plastik. Das Konzept geht auf: Mittlerweile stehen wir im engen Austausch mit der lokalen Regierung und suchen gemeinsam nach langfristigen Lösungen, um das Ökosystem Meer zu erhalten.

WOFÜR OCEAN IMPACT PLASTIC STEHT

Das dabei gesammelte Material nennen wir Ocean Impact Plastic – als Symbol dafür, dass es von nun an keine Bedrohung mehr für den Ozean darstellt und für den Impact, den wir gemeinsam mit der GOT BAG Community schaffen. Es setzt sich aus Plastik zusammen, das wir aus dem Meer und in unmittelbarer Nähe unserer Sammelstellen sammeln – beispielsweise aus Mangrovengebieten, aus Flüssen oder auch direkt nachdem es verwendet wurde. So verhindern wir, dass es aufgrund mangelnder Entsorgungsstrukturen im Meer landet.

WIE DIE PRODUKTE ZUR GOT BAG COMMUNITY KOMMEN

Da der Indische Ozean besonders von Plastikverschmutzung und den Konsequenzen betroffen ist, sammeln wir das Ocean Impact Plastic in Indonesien. Das Textil stellen wir daraus in China her, da unsere dortigen Partner die weltweit größte Expertise aufweisen und geografisch günstig zwischen Indonesien und Europa gelegen sind:

UNSERE LIMITATIONEN

CLEAN-UP-PROGRAMM UND SUPPLY CHAIN: 

ANSPRUCH: MÖGLICHST VIEL WEITERVERWENDEN

Wir möchten dazu beitragen die Meere von Plastikmüll befreien. Deshalb sammeln wir jedes Plastikteil, welches der Natur schaden kann, unabhängig von Form und Sorte. Anstatt nur leicht verwertbare Teile zu sammeln, stellen wir sicher, so viel Plastikmüll wie möglich zu entfernen. Alles, was wir sammeln, müssen wir erst sortieren. Das PET können wir dank unserer Recyclingpartner:innen zu rPET (= recyceltes PET) aufbereiten und für unsere GOT BAGs verwenden (ca. 10 % bis 15 % des gesammelten Ocean Impact Plastic). Weitere Kunststoffsorten, wie z.B. PP oder PA, geben wir an andere Recycler weiter, die sie dann mechanisch recyceln – so können diese Sorten dann für anderweitige Produkt-Wertschöpfungsketten verwendet werden. Dass wir diese nicht selbst verwenden können hat diverse Gründe: Einige Materialien sind durch ihre Beschaffenheit nicht geeignet, um daraus unsere Produkte herzustellen. Einige weisen keinen ausreichenden Reinheitsgrad auf. Und häufig werden für die Wiederverwertung hohe Mindestabnahmemengen gefordert, die wir zur Zeit nicht erfüllen können. Ein hoher Anteil des Ocean Impact Plastics ist zum derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand noch nicht recyclebar - dabei handelt es sich beispielsweise um Verbundwertstoffe, die unterschiedliche Materialien enthalten und nicht mehr trennbar sind. Dieses Plastik wird derzeit im Rahmen von thermischer Verwertung zur Energieherstellung genutzt. Stetig sind wir hierzu mit Kooperationspartner:innen und Ansprechpartner:innen aus der Wissenschaft im Austausch, um bestmögliche Alternativen für die Verwertung dieses Plastiks zu finden.

ANSPRUCH: WASTE-MANAGEMENT-SYSTEME DORT AUSBAUEN, WO SIE BENÖTIGT WERDEN UND WERTSCHÖPFUNGSKETTE SICHERSTELLEN

Um unserer Mission nachzukommen, bauen wir die Kapazität unseres Clean-up-Programms kontinuierlich aus. Hierbei berücksichtigen wir soziale sowie ökologische Aspekte und möchten nicht in einen Wettbewerb mit bestehenden Waste-Management-Strukturen treten, sondern wollen dort aktiv werden, wo eben diese Strukturen fehlen. Dies sowie unser Anspruch, alle Plastiksorten entsprechend zu bergen, bringen eine hohe Komplexität mit sich. Aufgrund dieser Komplexität ist es uns aktuell nicht möglich, den PET-Bedarf unserer Produktion ausschließlich aus den eigenen Clean-ups zu decken. Um dennoch eine kontinuierliche Produktion sicherzustellen und wirtschaftlich arbeiten zu können, nutzen wir zusätzliches Material von Partnerorganisationen, welches als zertifiziertes Ocean Bound Plastic (OBP) unseren Ansprüchen an Ocean Impact Plastic entspricht. 

PRODUKT

ANSPRUCH: ÜBER DEN PET-ANTEIL DES OCEAN IMPACT PLASTICS HINAUS KUNSTSTOFFSORTEN FÜR GOT BAG PRODUKTE NUTZEN

Bislang können wir nur den PET-Anteil des Ocean Impact Plastics für unsere Produkte nutzen. Andere Kunststoffsorten lassen sich gar nicht, nicht mit ausreichender Qualität oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand aufbereiten. Nichtsdestotrotz möchten wir auch hierfür langfristig selbst Verwendung finden. Teil unserer Produktentwicklung ist deshalb nicht nur das Design von neuen Modellen, sondern auch, dass wir bestehende Ausstattungselemente stetig weiterentwickeln. Mit Partnern wie HolyPoly arbeiten wir z.B. seit 2020 an einer Special Edition mit Schnallen aus rPP (= recyceltes Polypropylen).

ANSPRUCH: 100 %

Wir möchten wenig bis keine virginen Materialien an unseren Produkten verwenden. Für einige Ausstattungselemente wie Schäume, Netze, Reißverschlüsse, Beschichtungen und Schnallen ist das noch nicht möglich. Das liegt bei einigen Komponenten daran, dass sie am Markt noch nicht aus recycelten Materialien verfügbar sind – wie z.B. Schäume zur Polsterung am Rücken. Für weitere Ausstattungselemente, wie z.B. Reißverschlüsse, haben wir bereits Alternativen getestet, die jedoch nicht unseren Ansprüchen an Funktionalität oder Langlebigkeit entsprachen. Für andere Elemente testen wir aktuell in Pilotprojekten Alternativen.

ANSPRUCH: MÖGLICHST LANGE PRODUKTLEBENSDAUER

Aus unserer Sicht ist es am nachhaltigsten, wenn GOT BAG Produkte nicht ersetzt werden müssen, sondern möglichst lange verwendet werden können. Wir stellen deshalb Produkte her, die möglichst robust und langlebig sind. Indem wir die verwendeten Materialien und deren Reparierbarkeit optimieren, arbeiten wir daran, die Lebensdauer zu verlängern. Außerdem bieten wir einen deutschlandweiten Repair Service an, der in der Garantiezeit kostenlos genutzt werden kann sowie einen Ersatzteilservice für Komponenten, die von Kund:innen selbst ausgetauscht werden können.

ANSPRUCH: ZU EINER KREISLAUFWIRTSCHAFT BEITRAGEN

GOT BAG Produkte sind eine aus bestehenden Rohstoffen hergestellte Alternative zu herkömmlichen Rucksäcken und Taschen aus neuem Plastik. Elementar für unser Produktdesign ist, dass das verwendete Material und die fertigen Produkte möglichst funktional und zeitlos und damit besonders langlebig sind. Wir geben eine zweijährige Garantie und reparieren die Produkte während dieser Zeit, damit sie noch länger genutzt werden können. Noch haben wir keine End-of-Life-Lösung bzw. Weiterverwendung für unsere Rucksäcke und Taschen gefunden, die sich nicht mehr reparieren lassen. Wir arbeiten daran. Einen ersten Erfolg haben wir allerdings mit unserem RE:SHELL CABIN Koffer erreicht: Hier bieten wir im Rahmen des RE:SHELL®-CYCLEs an, die ausgedienten Koffer kostenfrei an uns zurückzusenden. Wir zerlegen sie und geben die PET-Hartschale an unseren Recyclingpartner in Deutschland weiter, der sie erneut recycelt. Die recycelten Hartschalen können wir dann wieder in einen neuen Produktkreislauf fließen lassen und die Ressourcen gehen damit nicht verloren.

Unsere Produkte zeigen, dass Plastik aus der Umwelt genutzt werden kann, um Neues herzustellen. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass zukünftig immer mehr Plastik wiederverwendet wird und wir alle verantwortungsvoller mit natürlichen Ressourcen umgehen.

– Benjamin Mandos, Gründer

NOCH FRAGEN?

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